• Das Tagebuch der Anne Frank

    Oper von Grigori Frid NEST - Wien
    KARLSPLATZ 5
    1010 Wien
     

    Das Tagebuch der Anne Frank NEST - Wien Fr 16.Okt 2026 18:00
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    Das Tagebuch der Anne Frank NEST - Wien So 18.Okt 2026 17:00
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    A Graphic Opera

    Oper ab 14 Jahren

    Hin­weis: In die­ser Pro­duk­ti­on wer­den The­men wie Krieg, Tod, re­li­gi­ö­se Dis­kri­mi­nie­rung, Ver­fol­gung und Flucht dar­ge­stellt.

    Anne Frank ist drei­zehn, als sie sich mit ih­rer Fa­mi­lie vor den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten in ei­nem Am­ster­da­mer Hin­ter­haus ver­steckt.

    In ih­rem Ta­ge­buch hält sie fest, was sie be­wegt: Angst und En­ge, aber auch Neu­gier, Sehn­sucht und ers­te Lie­be. Grigory Frids Mo­no­dram folgt die­sen Auf­zeich­nun­gen und macht An­nes Stim­me un­mit­tel­bar er­fahr­bar – als ein­dring­li­che Co­ming-of-Age-Ge­schich­te un­ter den ex­tre­men Be­din­gun­gen po­li­ti­scher Ver­fol­gung.

    David Bösch ent­wi­ckelt mit sei­ner »Graphic Opera« ei­ne ei­gen­stän­di­ge Form des Mu­sik­thea­ters, in der sich Büh­ne, Film und Ani­ma­ti­on mit­ein­an­der ver­bin­den. Li­ve-Spiel und Pro­jek­tio­nen grei­fen in­ein­an­der und ma­chen das Ta­ge­buch gleich­sam sicht­bar: Er­in­ne­run­gen, Ge­dan­ken und in­ne­re Bil­der tre­ten nach au­ßen. Sze­ni­sche Vor­gän­ge ver­bin­den sich mit Zeich­nun­gen und do­ku­men­ta­ri­schen Frag­men­ten und for­men ei­ne viel­schich­ti­ge Bild­spra­che, die zwi­schen Rea­li­tät und Traum­lo­gik os­zil­liert.

    Im Zen­trum steht die Per­spek­ti­ve der jun­gen Anne. Ih­re Wahr­neh­mung formt die Welt, die wir se­hen: mal kon­kret und be­ob­ach­tend, mal frag­men­ta­risch und in­ner­lich. Zwi­schen En­ge und Ima­gi­na­ti­on ent­fal­tet sich ein vi­su­ell opu­len­tes, zu­gleich in­ti­mes Thea­ter­er­leb­nis, das Ge­schich­te nicht nur er­zählt, son­dern er­fahr­bar macht.

    Grigory Frids Oper ist als Mo­no­dram an­ge­legt: In 21 Epi­so­den ent­fal­tet sich ein mu­si­ka­li­sches Por­trät, das eng am Wort­laut von Anne Franks Ta­ge­buch bleibt. Die Par­ti­tur folgt we­ni­ger äu­ße­ren Er­eig­nis­sen als in­ne­ren Zu­stän­den – ein »Klang­ka­lei­dos­kop« aus Stim­mun­gen, Er­in­ne­run­gen und Emp­fin­dun­gen.

    Frid ver­bin­det un­ter­schied­li­che kom­po­si­to­ri­sche Tech­ni­ken: to­na­le und ato­na­le Pas­sa­gen, Leit­mo­ti­ve und Clus­ter ste­hen ne­ben­ein­an­der und schaf­fen ei­ne viel­schich­ti­ge Klang­welt. Oft von dunk­len Far­ben ge­prägt, öff­net sich die Mu­sik zu­gleich für fra­gi­le, licht­durch­läs­si­ge Mo­men­te.

    Die Sing­stim­me steht da­bei im Zen­trum: Sie trägt das Ge­sche­hen, wech­selt zwi­schen Er­zäh­len und un­mit­tel­ba­rem Er­le­ben, zwi­schen kind­li­cher Di­rekt­heit und re­flek­tie­ren­der Dis­tanz. So wird Mu­sik zum Re­so­nanz­raum ei­ner in­ne­ren Ent­wick­lung – und lässt Anne Franks Ge­dan­ken­welt in­ten­siv hör­bar wer­den.

    Anne Frank wur­de 1929 in Frank­furt am Main ge­bo­ren und floh mit ih­rer Fa­mi­lie vor der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­fol­gung in die Nie­der­lan­de. 1942 tauch­te die Fa­mi­lie in ei­nem Hin­ter­haus in Am­ster­dam un­ter, wo Anne be­gann, ihr be­rühm­tes Ta­ge­buch zu schrei­ben. Dar­in schil­dert sie nicht nur den All­tag im Ver­steck, son­dern auch ih­re Ge­dan­ken, Ängs­te und Hoff­nun­gen.

    Nach der Ver­haf­tung 1944 wur­de Anne de­por­tiert und starb 1945 im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ber­gen-Bel­sen. Ihr Ta­ge­buch blieb er­hal­ten und wur­de von ih­rem Va­ter ver­öf­fent­licht. Heu­te zählt es zu den meist­ge­le­se­nen Bü­chern der Welt und ist in zahl­rei­che Spra­chen über­setzt.

    Grigory Frid, selbst ge­prägt von Er­fah­run­gen po­li­ti­scher Re­pres­si­on, be­gann En­de der 1960er Jah­re mit der Ver­to­nung. Sei­ne Oper wur­de 1972 ur­auf­ge­führt und ge­hört bis heu­te zu den ein­dring­lichs­ten mu­si­ka­li­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Anne Franks Ge­schich­te.

    (Quelle: nest.at)