• Lee Miller in Hitler's Bathtub

    Oper von Maarten Seghers NEST - Wien
    KARLSPLATZ 5
    1010 Wien
     

    Lee Miller in Hitler's Bathtub NEST - Wien So 27.Sep 2026 17:00
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    Lee Miller in Hitler's Bathtub NEST - Wien Mi 30.Sep 2026 19:00
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    Lee Miller in Hitler's Bathtub NEST - Wien Sa 03.Okt 2026 19:00
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    Lee Miller in Hitler's Bathtub NEST - Wien So 04.Okt 2026 17:00
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    Eine tragische Kantate

    Sprache: Englisch

    Oper ab 16 Jahren

    Hin­weis: In die­ser Pro­duk­ti­on wer­den ver­stö­ren­de Bil­der aus Kon­tex­ten von Ver­bre­chen ge­gen die Mensch­lich­keit, Selbst­mord und Miss­brauch dar­ge­stellt. Zu­dem kom­men stro­bo­sko­p­ar­ti­ge Licht­ef­fek­te zum Ein­satz.

    Lee Mil­ler in Hit­ler’s Bath­tub ist we­der ein his­to­ri­sches noch ein bio­gra­fi­sches Por­trät der Künst­le­rin Lee Miller und soll­te als ei­ne Mi­schung aus tat­säch­li­chen his­to­ri­schen Er­eig­nis­sen und fik­tio­na­len Ele­men­ten be­trach­tet wer­den. Die In­ter­pre­ta­ti­on des Cha­rak­ters von Lee Miller ba­siert auf künst­le­ri­schen Ent­schei­dun­gen und den Vor­stel­lun­gen von Jan Lauwers und kann von his­to­ri­schen Do­ku­men­ten oder Bio­gra­fi­en ab­wei­chen. Ei­ni­ge Dia­lo­ge, Si­tua­tio­nen und In­ter­ak­tio­nen sind er­fun­den.

    Die Pro­duk­ti­on ist nicht im Zu­sam­men­hang mit den Lee Miller Ar­chi­ves ent­stan­den.

    Jan Lauwers, Kate Lindsey und die Needcompany bringen das Leben und die Lebenswelt einer der bemerkenswertesten Künstlerinnenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts auf die Opernbühne im NEST: Lee Miller.

    Die Oper ist das Porträt dieser Frau, die am Ende ihres Lebens sagte, sie fühle sich wie eine Kuh, die trocken gemolken worden sei.
    Die Amerikanerin war Fotografin, Topmodel in New York, Surrealistin in Paris und Kriegsberichterstatterin der US-Army im Zweiten Weltkrieg. Sie war eine Frau, die im Schatten vieler Männern stand. Somit ist das Portrait nicht nur das von Lee, sondern von so vielen Frauen in der Geschichte der Kunst, die geknebelt wurden.

    Jan Lauwers' Schaffen als Schriftsteller und Theatermacher ist geprägt von starken Frauenrollen. Eine Frau, die ihn schon seit langem fasziniert, ist die amerikanische Künstlerin Lee Miller. (Kriegs-)Fotografin, Journalistin, Topmodel, Covergirl und Alkoholikerin. Missbraucht, verunglimpft, verehrt und ausrangiert. Und dann ist da noch dieses eine Foto: »Lee in Hitlers Badewanne« von David E. Scherman aus dem Jahr 1945. Was ging Lee durch den Kopf, als sie Hitlers Wohnung betrat und beschloss, sich in der Badewanne des Teufels zu waschen? Der Text beginnt in dem Moment, als Lee Miller in ihren stinkenden Kleidern, die noch immer nach dem Leichengeruch von Dachau riechen, vor Hitlers Badewanne steht.

    Jan Lauwers: »Das Libretto erzählt nicht die Geschichte von Lee Miller von der Geburt bis zum Tod.« Jan Lauwers ist fasziniert von der moralischen Unklarheit Lees als Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft, in der rücksichtslos Machtspiele gespielt werden. Was bedeutet es für Lee, dass sie sich entschieden hat, in der Badewanne des Monsters ein Bad zu nehmen? Was bedeutet es darüber hinaus, sich dort fotografieren zu lassen? Das Libretto »Lee Miller in Hitlers Badewanne« ist das Porträt einer Frau, die sich am Ende ihres Lebens wie eine Kuh fühlte, die trocken gemolken worden war. Eine Frau, die im Schatten von vielen Männern stand. Berühmter Männer. Berüchtigten Männern. Jan Lauwers wollte ein Porträt machen, das nicht mehr das von Lee ist, sondern von so vielen Frauen in der Geschichte der Kunst, die geknebelt wurden.

    »Die Zusammenstellung des fünfköpfigen Ensembles aus Schlagzeug, Streichern, Posaune und Kontrafagott ist getrieben von der Suche nach dem Moment, in dem das autonome Instrument und sein Klang körperlich werden und der Instrumentalist zur Körperlichkeit wird. es wird durch den Dreck geschuftet, nicht über den Wolken geschwebt.« (Maarten Seghers)
     

    Die amerikanische Künstlerin Lee Miller fasziniert den belgischen Theatermacher Jan Lauwers seit langem als eine der starken Frauenfiguren, die sein Werk entscheidend beeinflusst haben. Lauwers beschreibt Lee Miller als »eine Frau im Schatten vieler Männer«. Von ihrer künstlerischen Zusammenarbeit mit Man Ray, dem Pionier der experimentellen Fotografie, wissen heute nur noch wenige, eher erinnert man sich an sie als Ehefrau des britischen Surrealisten Roland Penrose oder als Modell für Pablo Picasso. Am berühmtesten ist jedoch ein Bild von ihr: »Lee Miller in Hitler’s Bathtub«, aufgenommen vom Life-Fotografen David E. Scherman, mit dem Miller eng zusammenarbeitete. Die beiden hatten in Dachau das Grauen des Konzentrationslagers dokumentiert und fuhren anschließend nach München. Kurz nach Hitlers Selbstmord in Berlin am 30. April 1945 betraten sie dessen Wohnung am Münchner Prinzregentenplatz. Dort entstand das Foto.

    »Der Text«, so Jan Lauwers, »setzt in dem Moment ein, als Lee Miller in ihren stinkenden Kleidern, in denen noch der Leichengeruch von Dachau hängt, vor Hitlers Badewanne steht.« Lauwers interessiert sich dabei für die Ambiguität der Figur Lee Millers als einer Frau und Künstlerin in einer patriarchalischen Gesellschaft. Manche ihrer Bilder sind noch heute bekannt – bekannter als die Urheberin. Nach ihrer Heirat mit Roland Penrose und der Geburt ihres Sohnes arbeitete Miller kaum noch als Fotografin. Hinter ihrer späteren Alkoholkrankheit wird eine posttraumatische Belastungsstörung infolge der Kriegsereignisse vermutet.

     

    Der Essay Ein Porträt der Muse als Künstlerin der Dramaturgin Elke Janssens gibt Einblicke in Leben und Werk Lee Millers und in Fragen, die Jan Lauwers, sein Team und seine Darstellerinnen auf dem Weg zu Lee Miller in Hitlers Bathtub beschäftigt haben.

     

     

    (Quelle: nest.at)